Das Pro und Kontra analoger Linsen

Ja, das Für und Wider analoger Objektive ist für mich ein leidliches Thema... Als Hobbyfotograf versucht man natürlich, so ökonomisch wie möglich vorzugehen - d.h. so wenig Geld wie möglich für so viel Qualität wie möglich. Natürlich bin ich in dieser Beziehung dreifach vorbelastet: Hobbyknipser, Student und Schwabe :-D

Das diese Kombination durchaus nach hinten los gehen kann, habe ich leider schon am eigenen Leib erfahren müssen: Ich war auf der Suche nach einer relativ großen Brennweite (ca. 400mm), billig musste sie natürlich sein und am besten aber noch mit der Abbildungsleistung eines EF...L Objektivs - na klar!

Max macht sich also auf die Suche nach bezahlbaren Linsen und stöbert ein bisschen durch ein bekanntes Online-Auktionshaus. Die Preise für Autofokusobjektive liegen hier mal so bei ca. 300€ (aufwärts), also fiel die Entscheidung, ein analoges Objektiv zu kaufen, bei welchem ich manuell fokussieren musste. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, man gewöhnt sich daran und ich habe eh ein eher begrenztes Einsatzgebiet für das gute Stück...

Als ich die Angebote nach einiger Recherche in etwa vergleichen konnte, fiel meine Wahl auf ein Soligor 400mm f/zappenduster ;-) Ich habe in einigen Foren gelesen, dass da echte Schätze dabei sein sollen und das Preis/Leistungs Verhältnis "voll und ganz überzeugt". Also - Klick und Kauf! Naja, bezahlt habe ich dann mal gleich, das Objektiv kam auch drei Tage später an - ich im siebten Himmel! Gleich mal ausgepackt und wie wild drauf los geschossen... Die Qualität war eher hm... nennen wir es mal "leicht unter dem Durchschnitt eines Flaschenbodens" und zu Guter Letzt habe ich mich dann abends gefragt, was denn dieses komische Ding da auf der Frontlinse ist. Und wer hätte es gedacht: Glaspilz :-( Also das Teil wieder eingepackt und zurückgeschickt.

Soligor 400mm (oben) und Vivitar 400mm (unten)

Nächster Versuch, diesmal gabs ein Vivitar 400mm f/zappenduster. Gleiches Spiel in der "Bucht", diesmal aber eine Privatauktion. Max hat gewonnen, sich gefreut wie ein Schneekönig und gleich mal brav bezahlt. Dann habe ich dem Verkäufer eine Mail geschrieben, wann er denn das Objektiv verschickt. Kam nix zurück... Max schreibt zwei Tage später noch ne Mail. Wieder nix... Da bin ich dann mal kurzzeitig leicht sauer geworden und hab dem Verkäufer eine Mail geschrieben, dass wenn ich nicht innerhalb von zwei Tagen von ihm eine Sendungsnummer hätte, vom Vertrag zurücktrete. Und siehe da, keine halbe Stunde später hatte ich eine Antwort. Und jetzt haltet euch fest:

 

"Sehr geehrter...

 

...tut mir leid, dass es so lange gedauert hat...noch eine schlechte Nachricht: Mir ist das Objektiv leider beim Verpacken auf den Boden gefallen und jetzt ist es kaputt..."

Sigma APO 400mm, AGFA multicoated 50mm

Schon klar, wer's glaubt und so... Ich habe es also aufgegeben und mich schon mit dem Gedanken abgefunden, nie in meinem Leben eine solche Brennweite zu besitzen bis ich eines Tages in der Bucht mein Sigma APO 400mm f/5.6 (FD) gefunden habe. Diesmal übrigens als Sofortkauf vom Händler ;-) Nach und nach haben sich dann noch ein Agfa 50mm f/1.4 sowie ein Agfa 135mm f/1.8 dazugesellt und meinen Festbrennweitenpark erheblich erweitert...

Und ich muss sagen: Es rentiert sich echt! Klar, am Anfang ist man mit dem manuellen Fokus noch recht ungeschickt, aber Übung macht den Meister und wenn man (so wie ich) hauptsächlich unbewegte Motive fotografiert, hat man den Bogen recht schnell raus. Und ich muss sagen es macht echt Spaß!

Natürlich sind AF-Objektive praktischer und sicher brauche ich nicht anfangen, mit den ollen Dingern am Sportplatz Fotos zu machen aber sie haben ihr Einsatzgebiet und da sind sie meiner Meinung nach eine echte Alternative zu den vergleichbaren neuen Linsen und dazu noch echte Schnäppchen! Ich kann euch nur raten: Probiert es einfach mal selbst aus, die 30€ für kleine Festbrennweiten tun kaum einem weh und es macht riesigen Spaß!

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